Menü Boeren-Friede.
Es kann der Blitz verderben
Den Baum, der doch nicht bricht, -
Ein freier Mann kann sterben,
Doch stirbt die Freiheit nicht.
Zu rechten gilt's und fechten
Um sie in Blut und Dampf:
Es ist das ew'ge Knechten
Nur ew'ger Freiheitskampf!

Auch du, o Volk des "Veldes",
Hast diesen Kampf versucht
Kühn gegen jede Geldes-
Und Waffen-Überwucht.
Der Schäferhund dem Tiger,
Wie hieltest du weidlich Stand, -
Wie zittert jetzt dem Sieger
Vom Sieg noch Herz und Hand?!

Er sah dich schon zertrümmert
Nach einem Monden-Paar,
Des Wehr noch unverkümmert
Nach so viel Jahren war.
Selbst jetzt den Siegessegen
Mit dir er tauschen muß:
Dein "Gloria Victis" gegen
Sein "Vae Victoribus!"

"Gib Frieden, Herr, mit Ehre!"
So in demüt'gen Ton
Zum Herren aller Heere
Klang es von Englands Thron.
Und sieh, die fromme Bitte
Erhört ward doppelt schier:
Der Friede dir, o Brite,
O Boer, die Ehre dir!

Der Demant springt in Scherben,
Doch nicht mit ihm sein Licht, -
Ein freies Volk kann sterben,
Doch stirbt die Freiheit nicht.
Auch dir aus tausend Grüften,
O Boer, steigt neu sie auf,
Den Flamberg an den Hüften,
Die Hand am Büchsenlauf!

Nicht wirst du fort nur leben
Auf drachensaat'gem "Vold",
Einst wird auch neu sich heben
Aus jedem Zahn ein Held.
Es bleibt die Freiheit treu dir
Als Bet- und Bettgenoss,
Bis Blut-Maat auch aufs neu dir
Sie wird gen den Koloß:

Der aller Demant-Beute
Und Goldvlies-Schur zum Hohn
Und erdteilweit, schon heute
Doch nur Koloß von Ton!
Doch du bleib' deiner Erde,
O Boer, und selbst dir treu,
Des Völker-Osterns Werde
Flammt dann auch dir aufs neu!

Verderb' den alten, festen
"Veld"-Trutz von Sohn zu Sohn,
Und blicke nach dem Westen,
Dem Land des Washington:
Dorthin das Auge richte, -
Es wiederholt sich nicht
Allein die Weltgeschichte,
Nein, auch das Weltgericht!
Text: Udo Brachvogel - Lizenz: Public Domain