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Die Militärfabrik

Herr Holm Ichraus arbeitete für das Militär. Im Nordturm des Truppen-Geländes hatte er sein Büro.

Dort war er für die Weiterleitung der Befehle verantwortlich. Dies war ein sehr verantwortungsvoller Job. Wenn jemand seinen Befehl nicht erhielt, konnte das schlimme Folgen haben.

An diesem Tag hatte er einen Befehlsumschlag auf dem Tisch, auf dem Empfänger und Absender fehlten. Das war bisher noch nie vorgekommen.
Herr Ichraus rief sofort bei seinem Vorgesetzten an. Von diesem bekam er die Order: "Umschlag öffnen, nachprüfen, für wen dieser bestimmt ist".

Herr Ichraus öffnete den Umschlag, holte einen Stapel Papiere heraus und entdeckte gleich auf dem ersten Blatt den Namen 'Friedebald Odernie'. Dieser arbeitete im Labor. Herr Ichraus machte sich sofort auf den Weg.

Direkt am Kasernenhof sah er Herrn Odernie. Dieser wollte gerade mit einem Laster wegfahren.
Herr Ichraus hielt ihn auf und zeigte ihm den Umschlag. Herr Odernie schaute hinein, gab die Papiere zurück und sagte: "Ich hab jetzt keine Zeit, kümmern sie sich darum".
Als Herr Ichraus ihn darauf nur mit großen Augen anschaute fügte er noch hinzu: "Das ist ein Befehl!" und verschwand mit dem Wagen durch das Haupttor.

Herr Ichraus stand völlig verdutzt da. Was sollte er jetzt machen?

Zurück im Büro las er sich alles durch. Auf jedem Zettel war ein Stempel 'Secret'. Er hoffte nur, er würde ihm keinen Ärger bekommen, weil er diese Unterlagen durchschaute.
Nachdem er alles gelesen hatte wußte er was zu tun war...

Herr Ichraus machte sich auf den Weg. Durch das Osttor verlies er die Kaserne. Das Osttor war eine recht merkwürdige Einrichtung. Gut bewacht fürte es auf eine Wiese. Von dort konnte man zur Straße gelangen.

Auf der anderen Straßenseite stand die Militärfabrik. Dorthin war Herr Ichraus unterwegs.
Wärend er ging dachte er über das Gelesene nach. Einen Prototyp der Stealth Kaffetasse sollte er abholen. In den geheimen Unterlagen wurden diese Tassen hochgelobt: "Wenn Soldaten nur noch Stealth-Geschirr und Besteck benutzen, kann sie beim Picknick kein Radar mehr entdecken".

Herr Ichraus versuchte sich die Soldaten beim Picknick mit Kaffee und Kuchen vorzustellen. Es gelang ihm aber nicht.

Ohne Probleme gelangte er auf den Hof der Militärfabrik. Keine Wache stand am Eingang.
"Ziemlich verantwortungslos für eine militärische Einrichtung", dachte er sich.

Im Hof schaute er sich um. Keine Tür! Wo geht es in dieses Gebäude nur hinein?
Herr Ichraus schrie laut: "Hallo! Hallo!". Da öffnete sich ein Gullideckel, ein Gesicht schaute heraus, legte den Finger vor die Lippen und sagte nur: "Pst!". Dann zeigte er nach unten und verschwand wieder.

Herr Ichraus folgte ihm. Unter dem Gullideckel waren keine Abwasserkanäle sondern Laboratorien. Seine Papiere wurden kontrolliert, dann wurde er zum zuständigen Professor gebracht.

"Guten Tag, mein Name ist Iwan Tyou", sagte der Professor und schüttelte Herrn Ichraus die Hand. Dann ging er zu seinem Arbeitstisch zurück, nahm einen Hammer und begann zu erzählen: "Dies ist ein manuell betriebener, mulitdirektionaler Kurzzeit-Druckerzeuger. Damit kann man z.B. diesen Nagel in wenigen Sekunden durch diese 18 mm dicke Holzwand schlagen!" Dann schlug er den Nagel in die Wand. "Der militärische Nutzen ist gewaltig!".
"Äh... ich komme wegen der Stealth-Tasse..." sagte Herr Ichraus vorsichtig. Der Professor lies sich aber nicht unterbrechen: "Wollen sie nicht hier mitarbeiten? Ach ja, die Stealth Tassen...."

Der Professor hörte nicht auf zu reden und Herr Ichraus wartet noch heute auf die Tasse. Wenn er nach seinem Beruf gefragt wird, sagt er seit dem unfreundlich: "Laborassistent".
Auf der Militärbasis hat man das Verschwinden von Herrn Ichraus niemals bemerkt...
Text: Christian Solar - Lizenz: Proprietaer