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Der Tunnel

Herr Tschoutschou war Lokomotiv-Führer. Seit einiger Zeit hatte er jedoch keinen rechten Spaß mehr an seinem Beruf. Es gab da eine Frage die ihn nachts nicht schlafen ließ. Und wie diese Frage entstanden ist, erzählt folgende kleine Geschichte:

Es war ein Tag wie jeder andere. Her Tschoutschou stand im Lokomotivführerstand seiner S123-34 und sollte ein paar Leute von ihren Wohnvierteln ins Industriegebiet bringen. Die Steuerung des Wagens überließ er weitgehend der Automatik.
Da sich die Stadt jeden Tag änderte wunderte er sich wenig wenn die Landschaft um ihn herum verschwand und wieder auftauchte. Das war schließlich schon immer so gewesen. Heute sah er aber etwas das bisher noch nie dagewesen war: Einen Tunnel.
Dieser Tunnel mußte wärend der letzten Stunden gebaut worden sein. Sonst hätte er davon schon etwas gehört. Die Einfahrt war sehr aufregend. Der schwarze Schlund wurde immer größer, plötzlich wurde es schwarz und dann war er wieder auf der normalen Strecke. Er schaute nach hinten, konnte aber keinen Berg und kein Schloß erkennen.

Die nächsten male achtete Herr Tschoutschou darauf. Doch immer fuhr er in den Tunnel hinein, niemals jedoch hinaus.
Deshalb fuhr er den nächsten Tag mit dem Auto zum Schloß Dort beobachtete er die Züge die in den Tunnel hinein oder hinaus fuhren. Es fuhren also auch Züge hinaus. Warum war er dann aber immer nur hineingefahren?
Am nächsten Tag brachte er an seiner Lokomotive einen großen Außenspiegel an, welcher eigendlich gar kein Außenspiegel war, denn dieser kam aus seinem Badezimmer. Das sah zwar sehr merkwürdig aus, funktionierte aber.
Wärend der Fahrt schaute er bald mehr nach hinten als nach vorne.

Kann es eigendlich möglich sein aus einem Tunnel herauszufahren, in den man nicht hineingefahren ist? Nein!
Dennoch war es genau das was Herrn Tschoutschou passierte. Er fuhr in den Tunnel hinein aber nicht hinaus und er fuhr aus den Tunnel heraus, aber nicht hinein.
Da im diese Erkenntniß keine Ruhe ließ überedete er einen Freund die Tunnelausgänge gemeinsam zu überwachen.
Sein Freund Herr Schwarzknipser der Schaffner stand am Südeingang des Tunnels und er selbst am Nordeingang. Jeden Zug der heraus oder herein fuhr wurde von ihnen mit der genauen Uhrzeit notiert.

Herr Tschoutschou und Herr Schwarzknipser saßen zusammen am Tisch. Kein Zug der in den Tunnel hineingefahren war kam auch wieder heraus. Andersherum war auch kein Zug hineingefahren von denen die hinauskamen.
Das konnte doch nicht sein. Am Start- und Zielbahnhof wurden die Züge zwar mit dem Teleport auf die Schienen gesetzt oder wieder heruntergenommen, aber einen Teleport auf der freien Strecke konnte man nicht verstehen. Dennoch schien es ein Teleport zu sein, welcher im Tunnelein- und ausgang versteckt war.
Seit diesem Ereignis notieren Herr Tschoutschou und Herr Schwarzknipser immer wenn sie in den Tunnel hinein und hinausfuhren. Sie schrieben auch auf, wo sie sich vorher oder nachher befanden soweit das möglich war. Manchmal änderte sich die Stadt so schnell, das sie ihren Aufenthaltsort nicht erkannten.

Aber so oder so war keine Regelmäßkeit in der Tunnelstrecke zu erkennnen. Deshalb liegt Herr Tschoutschou nächtelang wach und grübelt über den Sinn dieser Tunnels nach...
Text: Christian Solar - Lizenz: Proprietaer