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Herbstlaub

Hängt sie wieder an die Äste:
Bürgermeister will Herbstlaubplage mit Alleskleber bekämpfen.

Kleberparade durch die Stadt: Ja, sind denn nu alle verrückt geworden?

Horsilya. Die Herbstlaubplage hat dieses Jahr wieder besonders schlimm zugeschlagen - alle Straßen, Wege, Parks, ja sogar die Schulen, Fabriken und Läden sind mit Laub übersät; man kann kaum noch laufen! "Das schlimme ist," so M. Achmaplatz, "daß dieser Unfall hätte verhindert werden können - es passierte durch eine giftige Chemikalie, die durch eine Chemiefabrik aus dem Industriegebiet Nordost in die Stadt gelang. Sie breitete sich so unheimlich schnell aus und griff über Bäume und Sträucher sowie Parks über, daß wir und die SimWissenschaftler nichts mehr tun konnten, außer ein einziges Wohngebiet von der gefährlichen Chemie rein zu halten. Dort tummeln sich nun alle Sims - und hoffen auf Besserung." Aber wann wird diese Besserung eintreten? Der Bürgermeister verspricht sie, obwohl er erst einmal aus seiner Residenz befreit werden muß: Da sein Garten und die davorliegenden Straßen und Garagen dermaßen mit Laub befallen sind, daß er sich kaum außerhalb seines Hauses rühren kann, konnte er bis jetzt von zu Hause aus wenig für seine Bürger tun.

"Es ist ein schrecklicher Zustand!" erklärt uns die Bewohnerin des fünften Stockwerks des Turms Royal in dem noch nicht befallenen Wohngebiet. "Auf meinen Fluren versammeln sich so viele obdachlose Sims, daß ich nicht einmal mehr den Müll nach unten bringen kann. Meine zwei Töchter sind nun auch schon seid drei Tagen nicht mehr in der Schule gewesen." Und so geht es auch vielen anderen Sims: Die Schulen sind nicht mehr benutzbar. Sie sind regelrecht von der Plage befallen, nicht mal der Einsatz von Schneepflügen brachte Erfolge. Die Lehrer sind verzweifelt: "Wie sollen wir nur den Lehrplan durchbringen?" Doch das ist das wenigste Problem - erst muß Horsilya von diesem Laub befreit werden. Der Bürgermeister versucht - trotz seiner mißlichen Lage - sein Bestes. Und dann - der Lichtblick: Vorgestern morgen kam die erfreuliche Nachricht! Durch etliche Telefongespräche und organisatorischem Talent habe der Bürgermeister erstmals einen Ausweg aus der Laubplage eingeschlagen: Er will versuchen, das Laub mit Alleskleber zu beseitigen!

"Das ist natürlich ein organisatorisch schwierig angelegtes Projekt." meinte O. Hirsch - Tinkts, als sie von dem Projekt erfuhr. "Der Alleskleber muß zu den Häusern gelangen - am besten mit der Morgenpost." Gesagt - getan: Mit dieser Ausgabe des Simjournals bekommen alle Sims erstmals - vom Bürgermeister spendiert - eine Probeflasche "Supakleba"; entworfen und hergestellt vom Sozialkunde - Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 - der einzigen Klasse in ganz Horsilya, die noch täglich die Schule besuchen kann.

"Wir können doch unsere liebe Stadt nicht im Stich lassen, da haben wir auf Idee des Bürgermeisters diesen Klebstoff erfunden und vermarktet - damit die Lehrer ihr Gehalt noch kriegen." Mit dieser vorbildlichen Einstellung sollen jetzt alle Sims dran gehen. Jeder Sim in Horsilya muß mindestens 10 kg Herbstlaub in Tüten zu je 1 kg verpackt in seinen Garten stellen; wer mehr als 10 Tüten schafft bekommt einen Bonus von 10 $ pro Tüte!

"Damit wollen wir junge sowie alte Sims davon überzeugen, daß es wichtig ist, die Straßen der Stadt sauber und laubfrei zu halten." Wenn die Herbstlaubplage dann nur noch ein Form von Tüten zu erkennen sei, signalisiere das einen Wendepunkt in der bisher schlimmsten Katastrophe Horsilyas.

"Jeder Sim bekommt wiederum so viele Tüten zugeteilt, daß er seine Grundstücke und umliegende Parks wieder vollständig mit Laub versorgen kann - daher der Alleskleber! Die Stiele werden mit Alleskleber beträufelt und an die Äste geklebt - so ist das nervenaufreibende Laub endlich von unseren Straßen und Häusern." Soweit die Idee des Bürgermeisters und seinem engsten Beraterkreis - über nähere geplante Ereignisse will die Stadtverwaltung noch nichts bekanntgeben. Die einzige, die sich über diesen Plan äußerst empört, ist Olivia Hirsch Tinkts: "Das ist doch Blödsinn. Der Alleskleber wird niemals halten - dafür verschmutzen wir mit diesem unsinnigen Projekt unsere Umwelt noch viel mehr!

" Frau Hirsch - Tinkts hat dagegen ganz andere Pläne: "Ich werde mich mal umhören, ob es einen Nachbarn gibt, der uns unser Laub abnimmt - die Exportpartner haben schon alle abgelehnt." Für die weitere Zukunft empfiehlt die Beraterin für Umwelt: "Führt die Nadelbaumschule wieder ein - die Nadeln piksen zwar, lassen sich aber viel besser wegkehren!" Dieses Machtwort von Hirsch - Tinkts lief wie ein Lauffeuer durch die ganze Stadt - und erreichte schließlich sogar das Industriezentrum Süd: Jetzt interessiert sich schon die Waffenfabrik für das Laub.

"Wir haben schon einige Vorstellungen - nichts Konkretes - aber statt Atombomben könnten wir uns gut "Laubbomben" vorstellen, mit denen wir ganze Städte - so wie Horsilya jetzt - lahmlegen könnten." Ein skurriler Plan - wird er sich durchsetzen können? "Da wir zur Zeit in Horsilya gewisse Verordnungen haben, die sich gegen verschiedene Waffen richtet, wie z.B. die "Atomwaffenfreie Zone", finde ich es gut, daß sich die Produzenten einmal um richtige Waffen kümmern, die sie auch wirklich - ohne Sperren und Verbote - einsetzen dürfen." Auch die Christmas GmbH & Co. produziert seit neuesten Informationen Fanartikel von Nadelbäumen - "Ein Schritt auf dem richtigen Weg!", laut Hirsch - Tinkts.

Anders sieht sie jedoch die Tatsache, daß die Abrißfirma "Hau-die-Bruchbude-weg-wie-nichts" bei der Stadtverwaltung einen Antrag zu Vernichtung aller Laubbäume gestellte hatte. "Wir wollen die Katastrophe im Keim ersticken. Außerdem sind Laubbäume doch sowieso schon längst out - Tannen sind jetzt der größte Trend." Diese Forderung hielt jedoch zum Glück der ganze Stadtrat für unsinnig. Also doch: "Hängt sie wieder an die Äste!"? Nicht unbedingt! Olivia möchte sich wenigstens dafür einsetzen, daß nicht jeder an der Aufräumarbeit beteiligt sein muß, der nicht will: 10 kg seien einfach übertrieben und unterbezahlt. Mit einem neuen Erlaß gegen Neupflanzung von Laubbäumen in den nächsten 50 Jahren, besserer Arbeitsbezahlung der Sims und dem neuen Schulfach "Allesklebologie" möchte sie den Schaden für die Sims gering halten. Auch Sonja Netsain sieht das so.

"Die Kinder lernen bei den Aufräumarbeiten spielerisch, wie es ist, eine mangelnde Berufsausbildung zu haben und somit als Straßenkehrer zu enden - außerdem haben sie nicht mehr so schlechte Laune, wenn sie die Bezahlung sehen: pro regenerierten Baum soll es diesmal 20 $ geben." Werden Netsain und Hirsch - Tinkts ihren Plan durchsetzen können? Was wird aus den armen, obdachlosen Sims in dem engen, engen Wohngebiet? Ist das Gerücht über den Mangel am Alleskleber berechtigt, in dem es heißt, er klebe kein Apfellaub? Wann wird der Bürgermeister befreit werden und WANN, VERDAMMT NOCH MAL, WIRD ES ENDLICH WINTER???
Text: Janina Kopp und Nadine Toberer - Lizenz: Proprietaer